DunNo bei der Arbeit vorm Schlitten

INFORMATION IST WICHTIG!

Der Siberian Husky ist momentan der Renner auf dem Hundemarkt. Viele möchten einen Schlittenhund besitzen, ist er nicht der Inbegriff von Freiheit, Abenteuer und Stärke? Aber wissen auch alle über die Vielfalt und Charaktereigenschaften dieser Rassen Bescheid, die unter dem Begriff “Schlittenhund” zusammengefasst werden? Oder dass unter dem Begriff “Husky” nicht unbedingt ein reinrassiger Schlittenhund stecken muss?

Aus dieser Unwissenheit kommt es immer wieder vor, dass Interessenten kurz entschlossen und schlecht informiert, sich genau das Gegenteil von dem anschaffen, was sie eigentlich wollen oder halten können.

Was ist hier die Ursache?

Viele entschließen sich kurzerhand zum Kauf eines nordischen Hundes (heute entschlossen, gestern bestellt und morgen besitzen), ohne das Für und Wider gründlich zu überlegen. Wenn man bedenkt, dass der Mensch laut Statistik für den Kauf eines Autos Preis – und Qualitätsvergleiche anstellt, Probefahrten unternimmt und verschiedene Händler besucht, das Fahrzeug im Durchschnitt aber nur drei Jahre behält, dann ist es absolut unverständlich, dass beim Kauf eines Hundes so leichtsinnig verfahren wird!!! Der Hund ist schließlich ein lebendiges Wesen, das bis zu 15 Jahren und mehr in einer Familie leben soll. Ein Spontankauf kann unübersehbare Folgen haben.

Was muss ich nun beim Kauf eines Hundes beachten?

Der Hund sollte eine Ahnentafel mit der Aufschrift FCI (Federation Cynologique Internationale) besitzen. Der FCI unterstehen weltweit alle sorgfältig geprüften Dachverbände der Hundezucht. In Deutschland ist dies der Verband des Deutschen Hundewesens (VDH) mit Sitz in Dortmund. Diesem Verband unterstehen die einzelnen speziellen Rassehundezuchtvereine, für den Siberian Husky sind es der Deutsche Club für Nordische Hunde (DCNH) und der Siberian Husky Club Deutschland (SHC).

Warum sind Ahnentafeln so wichtig?

Man will ja eigentlich “NUR” einen Familienhund zum Knuddeln und Liebhaben, da ist es sicher nicht schlimm, wenn dieser keine oder andere Papiere hat.

Doch Vorsicht!

Nur mit den richtigen Papieren (VDH/FCI) können sie ohne Probleme an allen nationalen und internationalen Veranstaltungen (Schlittenhunderennen, Agility, Ausstellungen) uneingeschränkt teilnehmen.

Ein Siberian Husky der unter dem Dachverband des VDH zur Zucht verwendet werden soll, muss einige Kriterien erfüllen:

Im Alter von mindestens 12 Monaten müssen die Hüften auf eine mögliche Hüftgelenksdysplasie (HD= vererblicher Defekt der Hüfte, der im fortgeschrittenen Stadium zu erheblichen Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigung führen kann) untersucht werden. Dazu wird der Hund in Narkose geröntgt, und diese Röntgenbilder werden von einem unabhängigen Gutachter an der Universitätsklinik Berlin ausgewertet. Das Ergebnis wird von der jeweiligen Zuchtbuchstelle des Rassehundzuchtvereines in die Ahnentafel eingetragen.

Weiter muss der Hund auf erbliche Augenkrankheiten hin untersucht werden. Diese Untersuchung sollte nur von einem Arzt vorgenommen werden, der dem DOK (Dortmunder Kreis für Veterinär – Ophthalmologie) angeschlossen ist oder einem Fachtierarzt für Augenheilkunde. Ärzte, die dem DOK angehören gibt es deutschlandweit. Vor einem Zuchteinsatz sollte die Augenuntersuchung nicht länger als 12 Monate zurückliegen.

Stellt sich auch hier kein krankhafter Befund heraus, so muss der Hund nun einem speziell für diese Rasse zugelassenen Körmeister vorgeführt werden. Dieser begutachtet den Hund und legt fest, ob er sich innerhalb des von der FCI festgelegten Rassestandards befindet. Dabei wird auch eine Wesensüberprüfung vorgenommen. Der Siberian Husky sollte aufgeschlossen und freundlich sein und keine Aggressivität zeigen. Aggressivität führt zum Zuchtausschluss. Ein Hund, der optisch auch noch so gut aussieht, jedoch ein aggressives Verhalten zeigt, darf in der Zucht keine Verwendung finden.

Hündinnen werden nur bis zum vollendeten 8. Lebensjahr zugelassen. Bei eventuellen Wiederzulassungen, insbesondere auf Lebzeit, kann eine vorherige Überprüfung der Nachzucht verlangt werden.

Ein Züchter, der nach den Richtlinien des DCNH züchtet, darf aus seiner Zuchthündin maximal einen Wurf pro Kalenderjahr ziehen. Diese Ruhephase ist sehr wichtig, damit sich die Hündin wieder vollkommen von den Strapazen erholen kann.

Sind die Welpen 8 Wochen alt, wird ein ausgebildeter Zuchtwart des Vereines die Welpen begutachten und das Ergebnis dokumentieren. Es werden dabei auch Impfungen, Mikrochip, Entwurmungen wie auch die Zuchtstätte kontrolliert.

Welch enormer Aufwand und hohe Kosten eine seriöse Hundezucht mit sich bringt, kann man sich vielleicht in etwa vorstellen.

Nun gibt es in Deutschland einige Hundezuchtvereine, die ihren Züchtern keine Auflagen machen. Sie werben mit “Entscheidungsfreiheit” und “Eigenständigkeit” für ihren Verein. Es werden meist keine Hüften geröntgt oder Augen untersucht, und die Körmeister sind oft für alle Hunderassen zuständig. Nachzuchtbeurteilungen sind eher Zufall. Hündinnen dürfen zweimal im Jahr werfen, und man kann sogar Ahnentafeln für Hunde bekommen, die noch nie welche hatten. Verständlicherweise kann der VDH Ahnentafeln aus solchen Vereinen nicht anerkennen. Nun gibt es immer wieder Züchter, die sagen: “ Die Vorfahren meiner Zuchttiere haben ja VDH -Papiere, also können sie ja nicht schlechter sein.” Doch auch hier ist äußerste Vorsicht geboten. Hier kann es sich um Tiere handeln, die bei einem VDH-Verein wegen unterschiedlicher Mängel keine Zuchtzulassung erhalten haben. Wenn Sie als Käufer sichergehen wollen, fragen Sie ruhig nach HD-Befund und Augenuntersuchungen, lassen Sie sich die Unterlagen zeigen, und falls keine vorhanden sind, machen Sie sich auf die Suche nach einem anderen Züchter. Vielleicht sind solche Welpen etwas günstiger im Kaufpreis, doch schon mancher musste später wesentlich mehr Geld an einen Tierarzt bezahlen, weil der Hund doch nicht ganz gesund war. Welpen sehen alle niedlich aus und Sie sehen im Abgabealter noch nicht ob der Hund in naher Zukunft wegen einer starken Hüftdeformierung eingeschläfert werden muss oder ob er aggressiv wird und mit zwei Jahren auf Kinder losgeht. Tätigen Sie bitte keine Mitleidskäufe, damit unterstützen Sie nur die Hundevermehrer und schaffen Platz für neue Welpen. Ein solcher Hundevermehrer – hier kann nicht von einem Züchter gesprochen werden – gibt erst dann auf, wenn er seine Hunde nicht mehr verkaufen kann.

Wo kaufe ich meinen Hund?

Achten Sie auch beim VDH-Züchter auf folgende Dinge:

Besuchen Sie die Zuchtstätte und schauen Sie sich unverbindlich die Zuchttiere an. Lassen Sie sich auch das Umfeld zeigen.

In welchem Zustand befinden sich die Zuchthündin und ihre Welpen (glänzendes oder stumpfes Fell, klare Augen, aufgetriebene Bäuche usw.)?

Wie reagieren die Welpen (aufmerksam, munter, verspielt oder ängstlich und geräuschempfindlich)?

Achten Sie auf den Pflegezustand der Hunde und ihr Verhalten dem Besitzer und Ihnen gegenüber.

Wie sieht das Wurflager aus?

Ein seriöser Züchter, der um das Wohlergehen seiner gezüchteten Hunde kümmert, wird auch Ihnen Fragen stellen und die Welpeninteressenten vorher persönlich kennen lernen wollen. Schließlich will er ja seine Welpen nur in die besten Hände abgeben. Auch wird er jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch lange nach dem Erwerb des Welpen. Der Züchter sollte auch bereit sein, im Notfall den Hund zurückzunehmen, oder aber zumindest bei der Weitervermittlung behilflich sein. Er wird sich immer für Hunde aus seiner Zucht verantwortlich fühlen.

Sollte sich während eines Gespräches mit einem Welpeninteressenten herausstellen, dass dies vielleicht doch nicht die richtige Rasse für ihn ist, so wird ein seriöser Züchter immer vollstes Verständnis zeigen. Und wenn ein Züchter beschließt, Ihnen momentan keinen Hund zu verkaufen, so überlegen Sie doch bitte, ob seine Bedenken vielleicht begründet sind.

Ein Züchter der versucht Sie zum Kauf zu überreden, hat nur das liebe Geld im Sinn und nicht das Wohlergehen seines Hundes.

Für einen Welpen gibt es nichts Besseres als ein wohlinformiertes Frauchen oder Herrchen.

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